21. - 27. Juli
27 juli 2015 - Bigfork, Montana, Verenigde Staten
Liebe Leute,
Vielen Dank für Eure Reaktionen! Auch schön zu lesen, wo Ihr Euch überall aufhält.
Ich sitze in einem Candyladen, durfte meinen ''Schreibtisch'' einrichten. d.h. ich sitze zwischen ''Gumdrops'' und ''Salt Water Taffy Huckleberry'' Bonbons...
21.7.
Nach meinem letzten Eintrag verliess ich Fernie und den Asfalt. Es war ein sehr warmer, sonniger und ''gegenwindiger'' Nachmittag. Irgendwann im Wald hatte ich das Gefühl, dass die Routenbeschreibung nicht mehr stimmte... und wie es kommen musste, kam mir doch in gleichen Augenblick ein Mann in einem Truck entgegen und bestätigte mir das. Also dann 3 km zurück und auf der staubigen Strasse weiter Richtung Elko. Zu diesem Abschnitt passt am besten das Lied '' Dust in the wind'' oder noch besser ''Dust with the wind''. Ich sah aus wie ein paniertes Schnitzel, als ich dieses kleine Örtchen erreichte.
Die restlichen Kilometer bis zum Chief David Rd Camping erinnerten mich an meine (jahrenlangen) Ferien in Spanien: Föhrenwäldergeruch, Sandboden, ein warmer Wind. Dies war dann auch endlich der günstige Zeitpunkt, um meine doch etwas salzig gewordenen Kleider zu waschen...
22.7.
Mein letzter Tag in Kanada! Mit einem Winken der ''Zeltplatzmutter'' ging's weiter. In Grasmere( nicht Lake District...) erreichte ich den Highway 93, der zur Grenze führte.
An der Grenze dann die üblichen Fragen: Wo kommst Du her? Wo gehst Du hin? Weil ich einen neuen Pass habe, wollten sie auch wissen, wann ich zum letzten Mal in den USA war... lange ist's her: 1996... mit einem ''have a safe trip'' durfte ich dann weiter. Die Landschaft veränderte sehr schnell. Es wurde offener, flacher, viele trockene Gräser, Farmen.
In Eureka dann eine (spezielle) Esspause: Klaas Sabel, mein Abteilungsleiter, hat mir Sackgeld mitgegeben für spezielle Angelegenheiten. Und ich fand 3 Gründe, um einen Teil des Geldes heute auszugeben:
1. Erster Tag in USA
2. Heute war Martin's Geburtstag
3. Ich hatte Hunger...... (Klaas, nog een keer hartstikke bedankt!)
Der heutige Zeltplatz ''Grave Creek CG'' war wieder etwas einfacher. Gewaschen wurde im kalten Bach (herrlich) und das Essen wurde im bärensicheren Storage aufbewahrt. Ab und zu kamen Rehe schauen, wie es mir ging.
23.7.
Das heutige Ziel war Polebridge, ein kleiner Ort im Niemandsland, wo alle Touristen hingehen, weil es die besten Zimtschnecken (und 20 Varianten davon) gibt!!
Dafür musste ich aber erst ''hart arbeiten''. Der ''Whitefish Divide'', ein Passübergang auf steinigem Weg musste überwunden werden. In der nicht viel schnelleren Abfahrt konnte ich in der Ferne bereits die Berge des Glacier NP sehen. Ohhhh, das versprach einiges für die nächsten Tage.
Früh am Nachmittag erreichte ich dann Polebridge, das eigentlich nur aus dem Laden, ein paar Häusern und dem North Folk Hostel besteht. Beim Hostel fand ich auch meinen Camping und mit dem Besitzer, Oliver Meister, konnte ich sogar wieder mal Schweizerdeutsch sprechen. Er ist Süddeutscher und ist auf einer seiner Radtouren hier hängen geblieben. Den Abend verbrachte ich mit Renate aus Wien, die von New York nach Seattle unterwegs war. Ausser uns zwei waren noch 5 weitere Biker unterwegs: alles Frauen....
24.7. (noch nicht zu müde zum Weiterlesen??)
Heute hatte ich eine kurze Etappe vor mir: 45 km in den Glacier NP. Ja, was man dann mit so einem freien Nachmittag? Auf dem Visitor Centre holte ich mir die nötigen Informationen für die Fahrt zum Logan Pass über die ''Going-to-the-sun-Road''. Ich hatte schon früher gehört, dass der Pass und die ganze Ostseite des Parkes wegen eines Waldbrandes geschlossen war und man ''nur'' bis ca 5 km vor die Passhöhe fahren kann. Weiter ist die Strasse für Amerikanische Verhältnisse schmal, so dass Bikers während bestimmten Zeiten auf einigen Abschnitten nicht fahren dürfen. Damit hatte ich einen ganzen Nachmittag Zeit, mir mit diesen Informationen, einen ''Plan'' zurecht zu legen, so dass ich am nächsten Tag mein Bike nicht mit einem der Shuttlebussen transportieren lassen musste...
Und weiter habe ich die tolle Aussicht vom Mc Donald Lake und Umgebung genossen. Eigentlich war es so etwas wie ein ''Lazy Friday Afternoon''.
25.7.
Und so sah dann mein ''Ruhetag'' (Ruhetage sind Tage, wo ich mein Zelt nicht abbauen muss, und somit ohne Gepäck fahre) aus: 05.45 Uhr wurde ich von den Zeltnachbarn geweckt. 06.30 Uhr ging's los. Herrlich, in der Stille des Morgens erst entlang des Mc Donald Lake zu fahren. Ich hatte das Gefühl, dass ich fliege (vielleicht auch einfach, weil ich kein Gepäck bei mir hatte). Nach etwa 25 km begann die Steigung zum Pass mit einer einzigen Kurve (The Loop). Mit jedem erklommenen Meter wurde die Aussicht spektakulärer. Ich war eigentlich auch ganz froh, dass es bewölkt war, sonst wären wahrscheinlich einige Schweisstropfen mehr gefallen.
Um 10 Uhr erreichte ich die Barriere, Endpunkt. Der Ranger kam auf mich zu und sagte: ''I like your bike'', worauf ich antwortete:''I like it too, you can't have it.'' Ja, wie schon geschrieben, die Route heisst ''Going-to-the-Sun'', dann muss doch auch mal die Sonne scheinen! Das 1,5 stündige Warten lohnte sich!! Echt, sooo schön! Mit vielen Stops ging's wieder zurück. Weil ich aber erst um 16 Uhr das letzte Stück wieder fahren durfte, machte ich noch eine 2 stündige Wanderung zum Avalanche Lake (da kamen bei mir auch wieder welche Erinnerungen: Avalanche = Lawinensee = Lauenensee in der Schweiz). Auch hier tolle Aussicht auf den kleinen See und die umliegenden Wasserfälle.
Mein Timing ging auf: nach einem ''Montana Bison Burger'' mit Zutaten durfte auch ich wieder on the road. Nach 11,5 Stunden kam ich ''völlig losgelöst'' wieder bei meinem Zelt an. Es war für mich so etwas wie ein perfekter Tag!!
26.7.
Heute ging's weiter Richtung Süden. Auf dem Highway 2 erst nach Columbia Falls, um meine Taschen mit den nötigen Lebensmitteln zu füllen. Ich bin eine von den wenigen Bikern, die viel Essen bei sich hat. Aber auf mein Muesli und Konfibrot will ich doch nicht verzichten und die Teigwaren am Abend sind für mich auch sehr wichtig.
Ich kam wieder auf der ''Originalstrecke'' zurecht und der Nachmittag war so etwas wie wenn man eine Fietsknoppuntenroute folgt. Immer wieder gut schauen, dass man die richtige Abzweigung erwischt. Die Landschaft war wieder offen, viele Farmen (auch zu kaufen, eine hätte mir gut gefallen, aber ich ''musste'' weiter...). Das Endziel heute war Bigfork, ein kleines Touristenstädchen am Flathead Lake. Die Frau hier im Laden erzählte mir soeben, dass sie 2 Monate im Jahr Gäste haben, und 10 Monate ist somit ''tote Hose''.
27.7.
Nach diesem Eintrag geht's weiter. Von einem Biker habe ich gehört, dass zwei Passagen auf der Mountain Bike Route gesperrt sind, darum wähle ich die Hauptstrasse.
So, liebe Leute. Ich hoffe, ich konnte Euch etwas Lesestoff vermitteln. Wie ich sehe, sind für einige von euch die Ferien schon bald zu Ende:(. Ich darf zum Glück noch weiter!!
Lasst es Euch gut gehen. Bis zum nächsten Mal.


Geniet er maar lekker van!
Ellen
Wat een prachtige foto's (sommigen doen me aan Scandinavië denken) en wat een leuke verhalen schrijf je. Mijn Duits wordt ondertussen ook weer aardig opgefrist. Helaas is het voor mij nog steeds niet mogelijk om te fietsen of te wandelen vanwege mijn knie dus ik ben best een beetje jaloers op je, haha.
Ik hoop nog vele mooie verhalen te lezen en foto's van je te zien de komende maanden. Zorg goed voor jezelf en geniet!!!
Het blijven prachtige verhalen, kan ook niet alles volgen. Ik geniet vooral ook van de schitterende foto's.
Zelf zit ik na Tsjechië en Duitsland nu in Limburg en snuif vooral cultuur op.
Groet Eloy