3. - 5. August

6 augustus 2015 - Island Park, Idaho, Verenigde Staten

Deutschunterricht: Lektion 5

3.8.

Nach dem Ruhetag war ich wieder ''scharf'', um weiter zu fahren. Die ersten 25 km führten über sehr guten Schotter. Sehr gut heisst für mich keine losen Steinchen oder grosse Löcher. Darauf folgten etwa 10 km Asfalt und bei der Abzweigung zum nächsten Schotterweg traf ich auf eine (junge) Familie aus Belgien. Vater: vier Taschen, auf dem Rücksitz ein Kindersitz, mit noch einem Rucksack, zusätzlich einen Anhänger mit dem ca 2 jährigen Sohn, der friedlich sein Kinderbuch am schauen war, die Frau mit 5 Taschen. Sie waren im Juni in Denver gestartet und ihr Ziel ist Jasper. Ja, endlich jemand, der mehr Gepäck als ich hatte. Nach einem kurzen Auffrischungskurs Holländisch (war dringend nötig) und ein paar guten Tips wünschten wir einander ''goede reis''. Nach den ca 15 km folgte ich einen Parallelweg zur Interstate 15, eingeklemmt zwischen Highway und Eisenbahn. Die Strasse schien eben zu verlaufen, aber immer wenn ich zurück schaute, merkte ich, dass es aufwärts ging. Zum Glück kannte ich das Gefühl vom Gegenwind fahren im Polder, etwa so... nach 20 km kam dann das Örtchen Dell (35 Einwohner, vielleicht jetzt noch weniger), laut Karteninformation mit dem ''possibly Montana's most unusual restaurant''. Kam qua Zeit und Hungergefühl sehr gelegen!! Dachte eigentlich, dass ich eine Tomatensuppe bestellt hatte, bekam aber eine Portion Spaghetti Bolognese aufgetischt. Zur Abwechslung mal Teigwaren auch am Mittag...

15km weiter erreichte ich dann das Ziel, Lima. Im örtlichen Kaffee traf ich dann auf zwei ''junge Hunde''. Das sind für mich die jungen Biker, die mit etwa 8 kg Gepäck die Great Divide durchrasen! Später noch so einer, der aber schon 13 Monate unterwegs war. Die jungen Hunde übernachteten alle im Motel, nur die alte Frau schlief im Zelt. Einen Vorteil hatte es aber, dass ich bei den ''jungen Hunden'' gratis duschen durfte und meine elektrischen Geräte aufladen konnte.

Was ich bis zu diesem Tag nicht wusste, war, dass es auch eine Wanderroute ''The Great Divide'' gibt, alles zu Fuss!! Da könnte man jetzt wieder diskutieren, wer verrückter sind, die Biker oder die Wanderer oder beide...

4.8.

Ja, wie muss ich hier beginnen, um diesen Tag zu beschreiben? Es war (vielleicht versteht Ihr es, wenn Ihr die Fotos gesehen habt) ein Tag, den ich nicht so schnell vergessen werde.

In der Nacht hatte es geregnet, so dass ich das Zelt nass einpacken musste. Ich hatte mir heute den Camping am Upper Red Rock Lake (sagt euch wahrscheinlich nichts...) als Ziel vorgenommen: laut Karte ca 90 km gravel road, ohne nennenswerte Steigungen. Startete etwas später, weil die Taschen ''Hunger'' hatten. Schon nach den ersten Kilometern öffnete sich vor mir ein weites Tal, wie ich es noch nicht gesehen hatte! Weiche Hügel an beiden Seiten, Kamillengeruch, gelbe Felder. Wenn ich nach oben schaute, sah ich die Farben blau, weis(se Wolken) und von der linken Seite her immer mehr schwarz(e Wolken). Und die schwarzen Wolken wurden immer schwarzer...

Vorsorglich stürzte ich mich ins Regentenue. Um mich herum begann es zu regnen, ich sah die Regen- und Gewitterwolken um mich herum, ich selber wurde aber nicht nass!(sehr krass!).

Auf der Karte dann die sehr nützliche Information: ''road turns more rustic, potentially mucky when wet''. Und weil's vor mich auch geregnet hatte, war der Weg dann ''mucky''. Ich schlitterte durch den Modder, die Reifen wurden ''Sliks'', alles begann fest zu kleben, aber: es beunruhigte mich überhaupt nicht: die Landschaft war einfach zu schön, um sich Sorgen zu machen. Irgendwann wurde der Weg etwas besser, das hiess, dass der eingetrocknete Schlamm ''sich Freiraum schaffte'' und in alle Richtungen flog.....

Am Nachmittag spielte das Wetter die gleichen Kapriolen wie am Vormittag: Heftiger Regen und Gewitter (es waren genug Sekunden zwischen Blitz und Donner!) um mich herum. Ich hatte noch 25 km bis zur Ranger Station, laut Karte mit Übernachtungsmöglichkeit (Motel). Ich spielte schon mit dem Gedanken, davon Gebrauch zu machen, aber: Diese Unterkunft bestand nicht mehr... und als ich bei der Ranger Station eintraf, schien plötzlich wieder die Sonne, UNVORSTELLBAR! So fuhr ich singend (wieder mit dem Bärenglöcklein an) zum 6 km entfernten Zeltplatz am See. 

Bei der Quelle ein erfrischendes Waschen, ein ''feines'' Abendessen und dann mit ein paar Mückenstichen mehr völlig zufrieden in den Schlafsack. Ein HAMMERTAG!

5.8.

In der Nacht und heute morgen wieder Regen. Dann halt Frühstück im Bett! Irgendwann hörte es auf zu regnen, so konnte ich die heutige kurze Etappe nach Macks Inn in Angriff nehmen.

Wurde wieder von zwei ''jungen Hunden'' überholt, habe sie aber dann hier in Macks Inn wieder getroffen....

Die Strecke war zwischenzeitlich wieder klebrig. Heute überquerte ich ein weiteres Mal die Continental Divide, dieses mal eine leichte Passüberquerung, überhaupt ein easy day.

Vielleicht fragt Ihr Euch, warum schreibt sie jetzt schon wieder. Ich bin auf einem Zeltplatz mit WIFI Anschluss vor dem Zelt! Ja, dann ergreife ich natürlich die günstige Gelegenheit. Das mit vor dem Zelt stimmt nicht ganz: ich sitze im Zelt und vorhin habe ich so komische weisse Körner vor dem Zelt gehabt (sprich Hagel). So muss ich wohl oder übel auswärts essen.

Ein weiterer Grund warum ich schon heute geschrieben habe, ist der folgende; morgen geht's Richtung Yellowstone Park und dann Grand Teton, und ich glaube, dass es davon auch wieder etwas zu erzählen oder zu sehen gibt.

Ich freue mich immer über Nachrichten von Euch! Geniesst weiterhin das Leben! 

Foto’s

4 Reacties

  1. Susanne Zaugg:
    6 augustus 2015
    Guete Morge Karin
    Ich habe gut geschlaffen und heisse dank Habchi nicht mehr Zagg - habe deine Route dank Atlas und Google noch völlig im Griff - schlaf guet u bis scho gli wieder - e liebe Gruess

    Susle
  2. Esther:
    7 augustus 2015
    Wauw Karen,
    Wat een bijzondere belevenissen en prachtige foto's! Ik geniet enorm van beide.
    Ik vond het grappig om je 'blote fiets' op een van de foto's te zien (zonder alle tassen). Ik zie je steeds met tassen rijden, in mijn gedachten.
    Hier, in Schoorl, geniet ik van tuin en strand; het is steeds mooi weer. Mijn jongste zoon (9 jaar) klaagde gisteren dat het strand zo ver is op de fiets en zo veel 'berg op'. Het is ong. zo ver als vanuit Castricum. Ik vertelde hem over jouw reis. Hij zei niets, dus ik kan je niet vertellen of je in zijn ogen een held bent of gek . Twee jaar geleden reden wij door The sunny States, met een auto, dus hij kent de lange wegen! Het klagen hield wel op en dat was mijn doel.
    Nu nog een week vakantie en dan weer naar school. Veel plezier in Yellowstone!
  3. Theo Wesker:
    9 augustus 2015
    Hoi Karin,
    Ik heb even de tijd genomen om mijn leesachterstand in te halen en je foto's te bewonderen. Het is een prachtige reis en het is bewonderenswaardig dat je je zonder te mopperen door de blubber heen werkt. Yellowstone is het eerste waar ik een goed beeld van heb en ik wens je dan ook heel veel plezier op je op deze tocht.
    Afgelopen week is voor mij een ziekenhuisweek geweest en dankzij de ablatie heeft mijn hart een upgrade van 20 jaar gekregen. Dat wil niet zeggen dat ik binnenkort achter je aan kom fietsen, alhoewel...
    Ondertussen gaat het in je huisje allemaal naar wens. De poes voelt zich best op haar gemak en de kids hebben het heel goed naar hun zin. De groetjes van ons allemaal en geniet van al het moois.
  4. Jans Margriet:
    11 augustus 2015
    Hoi Karin,
    Afgelopen weekend terug van vakantie en lees nu (zo goed als het gaat) je ervaringen. Wat maak je wat mee zeg en dat allemaal op de fiets. Ben zelf een paar jaar geleden (met camper weliswaar) naar Amerika geweest en na het lezen van je verhaal en het zien van je foto's komt veel weer boven. Pas goed op jezelf en geniet ze. Ik kijk uit naar je volgende verhaal.